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Olivenöl als Hautpflegemittel
Schon in der Antike war Olivenöl als Hautpflegemittel bekannt. Das klassische Ölbad der Kleopatra bestand aus 1l Milch und 2 EL Olivenöl, das dem Badewasser beigegeben wurde.
Man stillte blutende Wunden und linderte Juckreiz, setzte es unter Anderem bei Nesselstichen, Brandwunden und Hautrissen ein. Auch gegen Kopfschmerzen wurde es äusserlich aufgetragen.
Plinius empfahl: innerlich Wein, äusserlich Olivenöl.
Auch in der Bibel finden sich zahlreiche Hinweise auf die heilkundliche Wirkung von Olivenöl:
- zur Körper- und Krankenpflege
- Olivenöl als Grundlage für Salben, Balsamen, Pasten und Salbölen.
In der westlichen Heilkunde ist Olivenöl seit dem 12. Jhd. als Heilmittel bekannt. Hildegard von Bingen empfahl einen Tee aus den Blättern und der Rinde des Olivenbaums und die äusserliche Anwendung bei Kopf- und Lendenschmerzen. Innerlich wurde das Öl zu dieser Zeit in unseren Gefilden nicht empfohlen, was wohl an den langen und zeitaufwändigen Transportwegen lag, was die Qualität des Öls negativ beeinflusste.
In der Naturheilkunde wird Olivenöl seit Langem zur Herstellung von Ölauszügen (bsp. Johanniskrautöl), zur Massage und als Hautpflegeöl verwandt.
In den Herkunftländern gilt Olivenöl mit Zitronensaft vermischt als wirksames Mittel gegen Sonnenbrand.
Heute kennt man im Olivenöl rund 1000 aktive biologische Inhaltsstoffe:
Vitamine: Vitamin E fördert die Elastizität und Belastbarkeit der Haut ist ein Immunstärker und schützt die Zellen. Es bremst die krebserregende Wirkung von Umwelteinflüssen (Sonne, Schadstoffe)
Squalan: Ölbestandteil, der in nicht unerheblicher Menge im menschlichen Hautfett vorkommt. Es ergänzt den hauteigenen Hydrolipidfilm. Die Haut ist von einer Emulsion von Wasser (hydro) und Fett (lipos) überzogen. Es vermittelt ein angenehmes, samtiges Hautgefühl.
Sterin bzw. Phytosterine: Kommen in jeder Zelle vor, sind ein Teil des Hautfetts - wichtig für die Wasseraufnahmefähigkeit der Haut, verringern also auch die Wasserabgabe (Austrocknung) des Gewebes.
Phenole: haben eine antioxidative Wirkung und entzündungshemmende Effekte, z.B. das Oleuropin. Vor Allem die Kombination der Phenole im Olivenöl hat eine größere Wirkung als einzelne oder die Verbindung einzelner Phenole.
Geschmacks- und Aromastoffe: Diese in den Blättern und Früchten enthaltenen Verbindungen wirken antimikrobiell gegen eine Reihe unterschiedlicher Mikroorganismen. Hiermit schützen sich der Olivenbaum gegen Angriffe von Mikroben und Insekten. Diese Stoffe sind allerdings nur in guten, ausschliesslich kaltgepressten und nicht im raffinierten Olivenöl enthalten.
Zusammenfassung: Hochwertiges, reines Olivenöl bringt alle Voraussetzungen mit um als Körperpflegemittel zu dienen. Es entspricht in seiner Fettsäurenzusammensetzung fast derjenigen des Unterhautfettgewebes. Die vielen sekundären Pflanzenstoffe, welche auch wichtig sind für die Stabilität und Haltbarkeit des Öls haben eine ausserordentlich positive Wirkung auf die Gesundheit. Olivenöl enthält eine große Anzahl strukturell unterschiedlicher Komponenten teils auch in geringer Konzentration. Diese Pflanzenstoffe (Vitamine, Phenole, Sterole, Squalan und Aromastoffe) sind mitverantwortlich für den einzigartigen Geschmack und das Aroma des Öls. Sie verhindern die bsp. durch freie radikale verursachte Oxidation von Lipiden. Vor Allem die Kombination dieser sogenannten sekundären Pflanzenstoffe hat einen synergistischen Effekt; d.h. die gesundheitsfördernde Wirkung des Olivenöls ist größer als die Wirkung der einzelnen Stoffe an sich. Das Vorhandensein dieser Substanzen im Olivenöl zusätzlich zu dessen günstiger Fettzusammensetzung ist der Hauptgrund, das Olivenöl allen anderen Ölen in der Körperpflege vorzuziehen. Oft genug wird leider billiges Erdöl in kosmetischen Artikeln verwandt, welches einzig einen Film auf der Haut bildet und so ein gepflegtes Gefühl verursacht, gleichzeitig aber die Einschleusung pflegender Stoffe verhindert.
Die Wirkung von Mineralölen auf die Haut
Mineralöle sind gesättigte Kohlenwasserstoffketten. Diese legen einen Film auf die Haut, der nicht wasserlöslich ist – auch bei der Reinigung wird dieser nicht komplett entfernt, sondern lediglich aufgebrochen. Die Haut wird regelrecht abgedeckt (Okklusion). Die Haut fühlt sich durch diesen Film sehr weich an.
Welchen Nährwert hat Paraffinöl für die Haut?
Mineralöle enthalten keinerlei Vitamine oder Spurenelemente und weisen keinerlei Nährwert auf. Selbst Mikroorganismen können aus diesen Ölen keinen Nährstoff aufnehmen. Darin begründet sich auch die lange Haltbarkeit dieser Stoffe. In Forschungslabors werden Mineralöle zum Abdichten von Proben verwendet – ein paar Milliliter schließen Proben luftdicht ab.
Was passiert unter diesem Film?
Verständlicherweise wird durch diesen Film auf der Haut die natürliche Hautatmung verhindert. Es bildet sich zunächst einmal eine Art Hitzestau, da ja keine Verdunstung und somit Kühlung der Hautoberfläche mehr stattfinden kann. Für Menschen mit Neigung zu erweiterten Blutgefäßen (Couperose) wird dieser Effekt sehr schnell deutlich, da die Blutgefäße durch die gestaute Wärme permanent überdehnt werden.
Durch die Wärme verdunstet auch die Feuchtigkeit der Haut schneller. Dieser Effekt ist nicht sichtbar – das verdunstete Wasser schlägt sich an der Unterseite des Ölfilms, in der Hornschicht der Haut nieder. Optisch wirkt die Haut prall.
Bei der Reinigung wird der Film nun aufgebrochen und die gestaute Feuchtigkeit entweicht aus der Hornschicht – dann fühlt sich die Haut trocken an und es kann zu Spannungsgefühlen kommen. Die lebendigen Hautzellen in der Tiefe der Haut sind der Feuchtigkeit beraubt und in ihren Funktionen beeinträchtigt.
Langfristig wird der Hautzustand stark geschädigt, die Haut verdurstet förmlich unter der vermeintlich guten Pflege.
Weiterer unangenehmer Nebeneffekt – diese Paraffine sind ihn in hohem Maße komedogen, d.h. sie verursachen Mitesser und können sogar akneähnliche Erkrankungen hervorrufen. Durch die „versiegelte“ Hautoberfläche wird der Talgabfluss gehemmt und der oben erwähnte Erwärmungseffekt sorgt für ein feuchtwarmes Klima – ein ideales Klima für die Vermehrung von Bakterien. Die entstehenden Mitesser sind sehr dick und lassen sich leicht entfernen. Sie entstehen auch an eher mitesser-untypischen Stellen, beispielsweise direkt an der Lippe.
Ein Forschungsteam der schwedischen Universität hat nachgewiesen, dass durch die wasserunlöslichen Paraffine der Hydro-Lipid-Film (Säureschutzmantel) immer schwächer wird und auch seine Fähigkeit sich wieder aufzubauen verliert.
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